Stauder's Wauzis

Reisetagebuch Normandie (Lindbergh-Plage 2013)

Bevor wir hier nun unser Reisetagebuch öffnen, möchten wir nicht unerwähnt lassen, dass es Kollegen gibt, welche tunlichst vermeiden, zur selben Zeit wie wir Urlaub zu nehmen, da Stauders für die ‚Wettergarantie‘ während ihrer Ferientage berühmt sind.

 

Hatten wir die Bretagne bereits mit Sturm ‚Lothar‘, Schneetief ‚Daisy‘ oder Südtirol mit Kältehochbegleiter ‚Dieter‘ und ‚Cooper‘ erlebt, so gesellte sich zwar auf dieser Reise kein ausdrückliches extremes Wetterereignis zu uns, nein – es hefteten sich lediglich mehrere langatmige Tiefausläufer an unsere ‚Fersen‘.

Keine Frage ist auch, dass wir das ‚Tief‘ wieder mit nach Hause genommen haben, damit die nach uns angereisten Gäste sonnige und frühlingshafte Tage im schönen Ferienhaus La Pacotte unserer herzlichen Gastgeber von Sea-n-dogs verbringen konnten!

Aber Achtung: wir kommen wieder und dann ‚schau mr mol‘, wie sich der Sand unter den Füßen ohne Gummistiefel anfühlt!

Nun starten wir aber erst einmal mit einer kleinen Rundreise an die Westküste der Halbinsel Cotentin der Normandie in la belle France – an die Dünen und Strände rund um Lindbergh-Plage im Januar / Februar 2013.

Die nachfolgenden Eindrücke habe ich fast täglich festgehalten,


 

grad so wie sie mir ‚in den Sinn kamen‘ und sollen wirklich ein Tagebuch sein – für all diejenigen, die selbst einmal in diese Region mit ihren Vierbeinern eine Reise unternehmen wollen – oder Spaß daran haben, an unserem ‚Bummelurlaub‘ teil zu haben.

Da dieser ‚Reisebericht‘ in drei Wochen entstanden ist, kann man ihn logischerweise auch nicht an einem Stück ‚runterlesen‘….

 

.... Normandie – wir kommen!

 

 

Montag – Lundi, 21.01.2013

Nein – nun – da ich diese Zeilen verfasse, sind wir schon da – zwei Tage – vom Schnee in den Schnee und nun im Regen.

Ganz La France ganz in weiß – das hatten wir noch nie, nicht einmal bei der Schneereise in die Bretagne im Januar 2010.

Sogar in Paris lag Schnee – jaaaa ‚in Paris‘! Wir sind dieses Mal zum ersten Mal nicht südlich an Paris per 'Fraulis-Kartennavigation' vorbeigefahren, nein - unsere Reisebegleiterin ‚Madame TomTom‘ lenkte uns mitten durch die Franzosen-Metropole. Da haben wir nicht schlecht gestaunt und sind quasi beide mit offenem ‚Göschle‘ in unserer Karre ‚Mosi‘ gehockt, während uns Madame den Weg auf dem Autobahn-Wirrwarr fast mitten durch die vernebelte Hauptstadt Frankreichs wies.

Nun in der Normandie gelandet – erleben wir den geschichtsträchtigen Strand ‚Lindbergh-Plage‘ zunächst ebenso weiß gepudert wie endlos weit und menschenleer, letzteres war so erwartet.


Die weiße Pracht hingegen ist hier für uns eine Überraschung und wie wir von unseren freundlichen Vermietern des Ferienhauses erfahren, auch völlig ungewöhnlich. Na – was soll’s, wenn Stauders eine Reise tun, gibt es mit dem Wetter immer wieder die eine oder andere Überraschung….

Die Normandie ist für uns eine ganz neue Entdeckung in Frankreich, kennen wir doch die Nordbretagne und die Gegend um La Tranche sur Mer in der Vendee fast wie unsere ‚Westentasche‘, müssen wir hier nun erst einmal auf Entdeckungsreise gehen.

Die Dünen vor dem Haus liegen in unendlicher Weite vor uns,

doch hier gibt es bereits die ersten Beschränkungen. Ein großer Teil der Dünen direkt vor unserem Feriendomizil sind dem Zutritt für Mensch und Hund eingeschränkt worden. Ein Zaun verhindert den Zugang, welcher nur über kleine Tore möglich ist, die sich im Abstand von mehreren hundert Metern und auch nur an Teilen der gesamten Zaunstrecke entlang befinden.


Die Tore sind mit einem Schwenkmechanismus ausgestattet und lassen nur ‚eine Menschenbreite‘ Platz zum Passieren, was für mich mit meiner Hunde- und Fototasche an einer besonders engen Ausgabe schon fast ein Problem ist.  Also heißt es hier anstatt ‚über diese Brücke musst Du gehen‘ – ‚durch dieses Tor musst Du Dich zwängen‘.

An diesen Zugängen weisen darüber hinaus Schilder mit Gewehren auf die Jagdausübung hin und die Aufforderung, Hunde an der Leine zu halten. Merde!


Die Jagd erleben wir gleich nach unserer Ankunft am Sonntag. Beim ersten verschlafenen Blick nach draußen, entdecken und hören wir Jäger und eine dazugehörige Hundemeute mit orangenen Kennwesten, welche die Dünen durchkämmen. Schüsse sind zu hören und wir verdrückten uns mit unseren Wauzis  erschrocken an den Strand.


Nun die Jagerei scheint hier für die Franzosen wohl eine Art Wochenendbeschäftigung zu sein, denn bereits auf unserer Anreise mit Stopp in der Champagne hörten wir nahe unserer Gassi-Rast das Treiben einer Drückjagd und waren einmal mehr froh, keine schussempfindlichen Hunde dabei zu haben. Mit unserem guten alten Mooni hätten wir nun unsere liebe Not gehabt….

Das Ferienhaus selbst ist ein Juwel,

vor allem die Küche und die darin befindliche Ausstattung! Kochen ohne Grenzen…. Es gibt nichts, was es in dieser Küche nicht gibt….


Hier wartet auf einem Tablett bereits alles, was für das erste Frühstück benötigt wird. Toast, selbst gemachte Marmelade, Kaffee-al Gusto-Patronen, Tees, Kakao usw. – so etwas haben wir noch nie erlebt. Eine Flasche Rotwein, Mineralwasser, Kekse und ein Napf mit bereit gestellten Hundeleckerlis lassen einen spüren, dass man hier als Gast mit den Hunden wirklich herzlich willkommen und nicht nur geduldet ist. Merci beaucoup Roxane et Joachim!

Der persönliche Empfang durch unser französisches Vermieterehepaar wenige Stunden nach unserer Ankunft ist sehr herzlich. Alles wird uns persönlich gezeigt und erklärt, selbst die Adresse von einem Reitbetrieb und die dortige Möglichkeit für einen Ausritt hat die deutsch sprechende Roxane von Sea-n-dogs für mich erkundet. Die beiden sind für uns hier jederzeit telefonisch und auch per Mail erreichbar und reagieren sofort auf jegliches Anliegen. Roxane und Joachim wohnen unweit von dem Ferienhaus La Pacotte in derselben Siedlung und sind sofort zur Stelle, wenn eine Frage am Telefon oder per Mail nicht geklärt werden kann. Toll, dass es im Ferienhaus auch Wlan gibt.

Von ihnen erfahren wir dann auch, dass die Jagd in den Dünen den Füchsen gilt und diese nur am Sonntag und Donnerstag regelmäßig betrieben wird. Die Hinweisschilder mit den ‚Chien terrier en laisse‘ (Hunde sind an der Leine zu führen) dürfen wir laut Roxane um diese Jahreszeit ignorieren. Lediglich zur Hauptsaison (Juli und August), zwischen 10 und 17 Uhr habe dies hier eine Bedeutung.  Na – da sind wir ja beruhigt….

Der Blick nach draußen derzeit ‚very British‘, denn es regnet sanft und beständig vor sich hin - Schnee ade! Der kleine Wandkamin ist schon am Vormittag in Betrieb.


Jedenfalls  können wir mit den Hunden rund ums Haus wunderbar Gassi-Runden in allen Varianten finden. Dünenspaziergänge und Strandwanderungen ohne Grenzen.


Hier sind wir von der Bretagne zwar spektakuläreres gewohnt, gab es doch dort fürs Auge immer was zu gucken, wie z.B. sich aufpeitschende Wellen, Regen quer, Wolken und Sonne in rasantem Wechsel. Nun - das hier ist völlig unaufgeregt. Das Meer kommt und geht ohne ‚Aufregung‘. Die See wabert eher ruhig vor sich hin und zieht sich bei Ebbe sehr weit zurück. In weiter Ferne kann man bei klarer Sicht die Insel Jersey erkennen, ähnlich wie die Insel  Il de Re von der Vendee aus.

Das ‚Hinterland‘ erweist sich derzeit wetterbedingt und jahreszeitlich typisch als eher öde und trist, aber was will man hier nach zwei Tagen und dem trüben Wetter auch schon mehr erkennen.

 

 

Dienstag - Mardi, 22.1.2013

Gestern Nachmittag waren wir mit den Hunden ein Stück weiter nördlich und landeten zum Gassi am Strand von Hatainville,


auch dort war bis auf einen breiten Streifen Richtung Küste das Dünengelände Richtung Hinterland von einem Zaun umgeben.

Das Meer zog sich gerade von der erst kurz zurückliegenden Flut zurück und so hatten wir an dieser Stelle wunderbare Augenblicke. Zudem brach für einige Minuten am herannahenden Abendhimmel die Sonne durch und so gelang es uns bzw. mir (Herrli Foto im Auto vergessen, merde) ein paar schöne Naturaufnahmen zu machen.


Dazwischen immer wieder ein paar Schnappschüsse ‚mit Licht‘ von den Hunden.

 

 

Dann die Einkaufstour in Les Pieux, das mit einem Mr. Bricolage, einem InterMarche, einem Super-U und sogar einem Lidl am anderen Ortsende aufwartet. 

Heimkehr dann bereits um kurz vor 20 h in tiefer Dunkelheit – nun aber schnell in die Küche… Herrli drohte schon beim Einkaufen mit ‚ich falle gleich vor Hunger um‘ und trappelte mir ungeduldig im Super-U in den Gängen hinterher, sobald der Einkaufszettel abgearbeitet war…

Heute nun, am dritten Tag, leider wieder trübes Regenwetter, der Schnee ist nun aus den Dünen und vom Strand gänzlich verschwunden.

Unsere Frühstücksrunde führte uns durch die Dünen ins benachbarte Wohngebiet / Ferienhausgebiet von Deneville Plage, wo sich auch Unterkünfte von Sea-n-dogs befinden, welche wir von der Lage her erkunden wollten. Man weiß ja nie, wann uns die Sehnsucht wieder hierher führen wird ….

 

In Portbail haben wir beim Frühstückseinkauf (une pain a chocolat e due Croissant e une pain a cotentin) kurz den Markt, der immer Dienstags stattfindet, gestreift – nur mit unseren Blicken, denn Regenwetter und nasse Klamotten vom Gassi zuvor, luden uns nicht zu einem weiteren Verweilen ein. Es gibt hier um diese Jahreszeit wohl ‚nur‘ Gemüse, Käse und Fisch. Die Märkte, welche wir von der Bretagne in Lesneven oder der Vendee her kennen, warten hier mit allerlei anderen Ständen auf. Doch hierzu müssten wir vermutlich ein größeres Städtchen anfahren… – oder zu einer anderen Jahreszeit wiederkommen.

So brennt nun bereits erneut der kleine Wandkamin während des Frühstücks.


Die Hunde haben sich auf ihre Decken und in ihre Plätzchen zurückgezogen; es ist nur noch das Knistern von dem kleinen Feuerchen zu hören. Wie beruhigend.


Und nach einem kleinen ‚Rundgang‘ im Internet (Ausflugstipps für die Umgebung bei anderen HP gehamstert…) geht es nun in die Küche…, denn heute gibt es ‚gefillte Paprika‘ – und das wird jetzt vorgekocht, damit es nach dem großen Nachmittags-Gassi dann gleich losgehen kann. Denn ihr wisst ja, ‚Monsior‘: „mir ist schon ganz schlecht vor Hunger“…… und das in la belle France….tz tz tz……


 

 

Mittwoch – Mercedi, 23.1.2013

Aufwachen und Aufstehen mit – Vollpiss - prassel prassel prassel – der Regen trommelt auf das Dach der Garage, welche mit dem ‚Salon‘ verbunden ist – wir kommen uns fast vor wie im Wohnwagen – jedenfalls von der Regengeräuschkulisse her.

Aber - Uwe soll Recht behalten, mit seiner zuversichtlichen Bemerkung: „das war das letzte Aufbäumen….“ - der Morgenspaziergang verläuft erstaunlicherweise ‚im Trockenen‘.

Wir wandern durch die Dünen Richtung des leeren Hafenbeckens (Ebbe) vor Portbail


und dann quer im abgesperrten Dünengelände wieder zurück – Mittwoch, keine Jäger, keine Hasen und keine Füchse sind zu sehen. Die Wauzis kennen nun die Technik der kleinen Durchlass-Tore


und es dauert nicht lange, da finden wir uns genau gegenüber unserer Unterkunft ‚La Pacotte‘ wieder.

Hernach erkunden wir beim Frühstückeinkauf das kleine Städtchen Portbail.


Es ist alles da, was man braucht 2 x Pattiserie, kleiner ‚Touriladen‘ (Postkarten mit Briefmarken, Reiseandenken, Uhr, Tassen erstanden), 8 à Huit Marche et une Casino-Market, Mr. Bricolage, Bouttcherie…, la Poste, Pharmacie, Cabinet Veterinäre …. Also man bekommt hier alles. Und - überall treffen wir auf überaus freundliche einheimische Menschen, die versuchen unser französisches Gestammel zu verstehen und uns mit englischen sowie deutschen Worten entgegen kommen. Wieder einmal stellen wir fest, dass die Mär vom Franzosen, welcher die Deutschen gar nicht verstehen will, nicht stimmt. Überhaupt nicht stimmt.

Zum Beispiel der nette Beamte en ‚la Poste‘. Beginn der Unterhaltung wie immer mit meinen gestammelten französischen Sprachbrocken: „bonjour monsieur.  …“. Jedenfalls ging es darum, dass ich Briefmarken für die Postkarten erwerben wollte und der nette Mensch suchte mir dann extra Sondermarken heraus – nicht ohne uns zu erklären, dass es sich um Jubiläumsmarken handle – und es um die deutsch-französische Freundschaft gehe…. Wir ein wenig französisch und englisch – er auch – und voila - es ging.

Oder gestern, beim Nachmittags-Gassi, für das wir den Strandabschnitt von Bretteville (wieder ein Zaun, dieses Mal mit Kühen dahinter…) ausgesucht haben,


kam uns ein Spaßvogel entgegen, der zuerst Enyo als ‚German Shepherd‘ titulierte und dann eine sehr lustige Bemerkung über das Wetter machte. Wir zu ihm: „the weather is very british“ – daraufhin er zurück: „Oh yes – it is. You must see like the Queen“.  Und dabei zog er mit beiden Fingern seine Mundwinkel nach oben und begann laut zu lachen.

Heute nun versucht die Sonne ab und an die Macht zu gewinnen. Sekundenweise gelingt ihr das, bevor wieder das trübe ‚Einheitsgrau‘ seinen Platz am Himmel einnimmt.

Heute wollen wir den Küstenabschnitt nördlich von Portbail erkunden


und – nach der ‚Equitation‘ fürs Fraule schauen, wäre doch gelacht, wenn das mit dem ‚Strandgalopp‘ nicht endlich mal klappen würde.

Für ‚la belle Cousine‘ ist auch schon gesorgt, denn nachdem gestern dem Herrli ‚der zweite Teller‘ versagt wurde, reicht der Ofenschmaus nochmal für heute.

Heimkommen – am Abend triefend nass. Was uns beim Morgenspaziergang erspart blieb, holte uns am Nachmittag in den Dünen von Portbail ein…,


jetzt aber nix wie rein in die gute Stube und Wasserhahn der Badewanne aufgedreht, Backofen läuft schon….

Erfolgserlebnis für heute: Reitstall gefunden und mit einer netten jungen Dame vereinbart, dass ich von der Reitlehrerin einen Anruf wegen einem Ausritt erhalte. Na dann – aber nur bei ‚le solei‘! Bei Regen - non!

 

 

Freitag, Vendredi, 25.01.2013

Gestern das Wetter ‚tt‘, heißt so viel wie trüb und trocken. Vormittags haben wir die Feriensiedlung Denneville-Plage erkundet, die man auch mittels eines Dünenspaziergangs erreichen kann.


Nachmittags waren wir wieder ein Stück südlich unterwegs – Richtung der großen Buch von St-Germain-Plage und St-Germain-s-Ay – und haben dort eine wunderschöne Strandbucht entdeckt,


nur leider total die Zeit vergessen. So kamen wir fast bei Dunkelheit ans Auto zurück und waren über zwei Stunden unterwegs. Nachdem wir schon vor dem Frühstück fast eineinhalb Stunden rumgebummelt waren, meldete sich dann doch wieder einmal mehr mein blöder Haxen. Autsch.

Heute nun – Wetter bon – die Sonne gewinnt die Macht. Fine mit Tristesse! Jedenfalls für heute Vormittag!


Die morgendliche Gassi-Runde führte wieder in die riesig weite Dünenlandschaft von Lindbergh-Plage, die bis Portbail reicht, welches man bei Ebbe über eine Fußgängerbücke erreichen kann.

Wir können etwa 150 m vom Haus weg durch einen dieser Durchgänge in den abgesperrten Bereich der Dünen gelangen. Quert man hier direkt quasi geradeaus landet man an der anderen Seite wieder an so einem Törchen und so gelangt man direkt auf den markierten Wanderweg. In den Dünen hinter dem Zaun haben wir in weiter Ferne Esel und Pferde erkennen können.


Deshalb also die Umzäunung. Jedenfalls haben nun alle Wauzis den Dreh vom Rein- und Rausgehen drauf – nur die kleine LILLI will halt immer unten durch krabbeln, weil sie dem Holztor nicht traut!

Es ist aber heute nicht nur sonnig, sondern auch ‚affenkalt‘, sogar der Sand ist hart gefroren! Wie immer sind wir mit unserem Rhythmus ‚hinten dran‘. Soll heißen, wenn andere bereits das Besteck ins Mittagessen stecken, klopfen wir gerade unser Frühstücksei auf und bis wir dann am Nachmittag loskommen und von den Ausflügen zum Auto zurück kehren, sehen wir die wenigen Bewohner in ihren Häuschen hier bereits um den abendlichen Esstisch versammelt. Wenigstens ist auch heute schon für die hungrigen Spätheimkehrer gesorgt, Spagetti Bolognese – und letztere ist schon fertig gebrutzelt.

Während ich hier nun die Erlebnisse fest halte, jault Enyo draußen im Garten eine Arie, denn er wird vom Herrli gebürstet und tut seinen Unmut lauthals kund. Ist ja auch völlig entwürdigend – vom Nachbarsgarten schaut eine ‚Flat Coatet‘ Hündin (oder ist es ein Rüde?) rüber und er soll da etwa noch nicht hübsch genug sein, mit seinem zerzausten Fell…

Morgen nun ist die erste Ferienwoche in der Normandie bereits fast vorbei und als Resümee halten wir fest, dass wir auf jeden Fall die Gegend um Lindbergh-Plage zu einer anderen Jahreszeit – Herbst oder Frühjahr ein weiteres Mal erkunden wollen. Ein wenig wehmütig erinnern wir uns an die Winterurlaube in der Bretagne, wo das Wetter ‚schneller durch zieht‘ und so Sonne, Wind und Regen manchmal im Minutentakt wechseln, was für unglaubliches Licht und Kulisse sorgt. Die Küstenabschnitte mit den dort häufig vorgelagerten Felsgruppen und die tobende See rund herum liefern oft unfassbare Natureindrücke, von denen wir seiner Zeit kaum mehr den Blick abwenden konnten.


Derlei wildromantische Küstenabschnitte haben wir in dieser Region bislang nicht entdecken können, das Meer trifft hier doch sehr gezähmt ans Land – da sind wir von der westlichen Atlantikküste eben andere Bilder gewohnt. Aber nun – hier sind wir ‚im Kanal‘  und haben dafür Dünen über Dünen und flache Strände, soweit das Auge nur reicht und können hierin völlig unbehelligt Stunden über Stunden in allen Richtungen bummeln.


Die Strände und Buchten sind so weitläufig, dass wir uns nicht vorstellen können, dass es hier ‚eng‘ wird, wenngleich im Juli und August man hier sicherlich richtigen ‚Umtrieb‘ an manchen Stränden und Örtchen hat. Auch haben wir an den Strandabschnitten nördlich von Portbail Reglements entdeckt. Hierin ist es im August wohl verboten tagsüber mit den Hunden an den Strand zu gehen. Aber das weiß man ja – in diesen Monaten strömt ganz ‚Franzosen-Land‘ an die Küste und man tut gut daran, diese Saison hier mit den Hunden zu meiden.

Am Nachmittag begleitet uns ein eiskalter Wind und wir erkunden abermals die Bucht von St-Germain-s-Ay  – die sich am späten Nachmittag innerhalb einer halben Stunde mit der einsetzenden Flut füllt.


Hier muss man zu gegebener Jahreszeit wunderbar baden können. Außerdem entdecken wir in den Dünen hinten mehrere Süßwasserseen, ob die nur aufgrund des anhaltenden Regen dort sind?

Der Parkplatz, den wir für diesen Ausflug nutzen, liegt am Endpunkt (immer Richtung Plage Naturell) unserer letzten Wanderung und so kommen wir auf dem Dünenabschnitt Richtung Süden quasi scheibchenweise voran.

Bei unserer Heimkehr beginnt es auch schon wieder wie aus Kübeln zu gießen; zudem zieht geradezu ein Sturm auf. Mann oh Mann, was für ein Wetter! Der Sturm tobt die ganze Nacht, der Wind reißt an den Fensterläden, alles klappert und prasselt. Wir halten mit Kaminfeuer und unseren Würfelbechern beim ‚Kniffeln‘ dagegen.


 

 

Samstag, Samedi, 26.01.2013 

Heute vor einer Woche lagen gerade die letzten Kilometer von unserer Ferienanfahrt vor uns – und heute ist der erste Tag, an dem das Thermometer in den zweistelligen Bereich klettern will und die Sonne vom blauen Himmel lacht. Wie anders es doch gleich ausschaut hier in den Dünen.

Bei unserer Morgenrunde haben wir zudem noch eine nette Bekanntschaft gemacht: Ein deutsches Ehepaar, welches ebenso mit ihren drei Wauzis am Strand bummelte und denen wir uns auf dem Rundgang um die Bucht und durch die Dünen anschlossen.


So erfuhren wir einiges aus der Gegend – zum Beispiel, dass die Düneneinzäunung tatsächlich seit diesem Jahr neu ist und man die Zone darin zum Naturreservat erklärt hat. Auch die Hinweisschilder wegen der Hunde am Strand hier in Lindbergh-Plage sind ganz neu entstanden. Wohl aufgrund dessen, dass so manche (deutsche) Urlauber mit ihrer großen Hundeschar gar keine Rücksicht in der Saison auf andere nehmen. Schade, sehr schade.

Leider verabschieden sich die beiden mit ihren drei Fellnasen schon morgen von Lindbergh-Plage, Bandit hat sich in eine ihrer vierbeinigen Begleiter verliebt. Wie wir zudem noch erfahren, handelt es sich um die Eigentümer eines Ferienhauses und zwar dieses hier:

http://www.normandie-ferienhaus.de/meerschwalbe.html

Man ist mit bis zu drei Hunden willkommen – nun, da wir uns kurz kennen lernen konnten, wäre unser Rudel aber auch kein Problem. Die Vermietung läuft über eine kleine deutschsprachige Agentur und auch hier ist für die Gäste ein deutschsprachiger Ansprechpartner in der Region vor Ort.

 

 

Montag, Lundi, 28.01.2013 

! Heute hat Hannahle Geburtstag und wird drei Jahre alt. Na - da wird sie am Abend noch eine Runde Würstle ausgeben…..

Der Sonntag gestern war wettermäßig wieder launig – am Morgen vor dem Frühstück, Regen wie aus Kübeln – am Abend, während des Essens – Regen wie aus Kübeln. Tagsüber hatten wir echt Glück, einmal am Strand bis ans Ortsende von Denneville Plage und zurück.


Am Nachmittag dann einmal quer in den Dünen von Lindbergh-Plage in Richtung Portbail. So sind wir den Sonntagsausflüglern schön aus dem Weg gegangen (im wahrsten Sinne des Wortes) und hatten unsere Ruhe. Und da wir ja von der Haustüre weg unterwegs waren, blieb Zeit und Muße, um die Pfannkuchen für die Flädle raus zu backen – die ‚thronen‘ jetzt in der Küche, fein aufgeschnitten zum Trocknen.


Wir freuen uns jetzt schon ‚auf die Supp‘ wenn es draußen wieder gegen die Scheiben prasselt und im Kamin vor uns knistert….

Heute Morgen beim Strand- und Dünenspaziergang war nun strahlender Sonnenschein, leider gewinnt schon wieder das trübe grau die Oberhand. Wir wollen heute endlich einmal einen Ausflug in den Norden starten und ein Stück an der Küste entlang Richtung Cap de la Hague fahren und schauen, was die Gegend dort so bietet.

Überaus weit sind wir mit unseren Erkundungstouren in der ersten Woche ohnehin nicht gekommen. Die Strände und Dünen bis Barneville- Carteret und im Süden bis zur Bucht von St. Germain, aber wir haben ja noch zwei Wochen….

 

 

Dienstag, Mardi, 29.01.2013

Der gestrige Ausflugstag führte uns durch zahlreiche kleine französische Dörfchen. Hier befinden sich die  ganz typischen französischen Häuser. Oftmals aus Stein gebaut, mit den vielen Sprossenfenstern, welche liebevoll mit von Hand gearbeiteten Gardinen geschmückt sind und so ihren ganz eigenen Zauber haben. Die vielen braunen verblühten Hortensienbüsche entlang der Mauern und Häuserwände lassen erahnen, welch Beschaulichkeit hier im Frühjahr und Sommer zu erwarten ist.


Auf dem Weg in den Norden entdeckten wir außerdem dann die viel gerühmte ‚Maison de  Bisquit‘, die an der D902 zwischen Barneville-Carteret und Bricquebec liegt.


http://www.maisondubiscuit.fr

Der ‚Laden‘ war allerdings geschlossen und ich glaube nicht, dass Uwe mit mir da nochmal hinfährt, wenn alles offen ist – oder doch?

Zur ersten Hundegassi-Station gondelten wir hernach in die Dünen von Biville – doch hier landeten wir schnell an der Grenze zu einem Naturschutzgebiet.


In demselben ist alles verboten, sogar das reine Spazierengehen mit den Hunden. Südlich in der Ferne konnten wir das Atomkraftwerk Flammenville im Dunst erkennen.


An der anderen Seite Richtung Norden hoch auf dem Cap Nez de Jobourg thronten die Kamine der Wiederaufbereitungsanlage La Hague.


Kein Ort an dem wir uns wirklich wohl gefühlt haben.

Wir folgten der ‚Route de Cap‘ weiter in den Norden und gelangten an zahlreiche Aussichtspunkte. Das Wetter wurde immer unwirtlicher, bei einem ‚Foto-Stopp‘ musste ich mit beiden Beinen die Autotür aufstemmen, der Wind war so stark, dass ich sonst nicht hätte aussteigen können.


Die Hunde begannen ohnehin jedes Mal zu meckern - anhalten ohne Gassi, was soll denn das bitte?

Letztlich landeten wir am Cap de la Hague und entschlossen uns, an der Ansiedlung GOURY noch einmal zu einem Rundgang mit den  Hunden, welchen wir alsdann mit unserem wieder zurückgekehrten Begleiter – dem Regen – beendeten.


Vorbei an der riesigen Atom-Wiederaufbereitungsanlage (Stacheldrahtzaun, dreireihig) machten wir uns am späten Nachmittag via Madame TomTom wieder auf den circa einstündigen Rückweg in unsere ‚einsame Idylle‘, den weiten Stränden und Dünen von Lindbergh-Plage.

Dass dieses Areal auch außerhalb des Natur-Reservats groß genug ist, konnte ich beim Morgen-Gassi heute einmal mehr feststellen. Dabei kam der Nieselregen allerdings quer, so dass den Wauzis das sonst übliche Foto-shooting-Hinsetzen erspart blieb….

Wetter tristes – la Cousine finesse - gestern Flädlesuppe - heute Menue ala ‚Pierre‘ - Kürbiscremesuppe und Currygeschnetzeltes und einen Salat als Zwischengang! Bon Appetit!


 

 

Donnerstag, Jeudi, 31.01.2013

Gestern hatten wir einen wunderschönen Tag – blauer Himmel, le bleu le bleu, soweit das Auge reichte. Endlich einmal Licht! Aah! Und wir sind hinter dem Haus in der Sonne gesessen, das Fraule dick eingemummelt


und Uwe in kurzem! T-Shirt.


Die Wauzis konnten endlich einmal den wunderbaren großen  Garten rund ums Haus in aller Ruhe erkunden. Herrlich. Da das ganze Grundstück tatsächlich wie beschrieben ‚mannshoch‘ ausbruchsicher eingezäunt ist, so braucht man sich auch gar keine Gedanken machen. Übrigens – für nasse schmutzige Gassi- oder Strandheimkehrer gibt es an der Garagen-Außenwand sogar eine Hundedusche. Idealere Bedingungen für einen entspannten ‚Hunderudelurlaub‘ gibt es wirklich nicht!

Am Nachmittag waren wir am Cap de Carteret.


Das Meer bei der Ebbe am Mittag war unendlich weit draußen und gab dadurch einen unglaublich weiten Strandabschnitt frei.


Oben auf dem Cap kann man um den Leuchtturm eine schöne Runde drehen und hat einen tollen Blick in alle Richtungen, ein Wanderweg führt sogar mitten auf die Klippen hinaus.


Sonne und Wolken zauberten eine fast unfassbare Stimmung am Himmel und ich konnte kaum aufhören mit dem Bilder schießen, bis die Knipse ‚ihren Geist aufgab‘, Akku leer. Herrli musste mir seinen Foto überlassen. Fraule ohne Foto bei dem Wetter, der Stimmung und der Gegend - geht gar nicht!


Für die Wauzis war hier einmal mehr unendlicher Auslauf am Strand geboten. Nur sind die Dünen zum Schutz  stark mit den typischen Holzpfahlzäunen zerteilt und man wird auf gassenartigem Wege durch den Bereich regelrecht geschleust,


was teilweise sehr abenteuerlich war. Jedenfalls haben wir diesen Sonnentag sehr genossen.

Heute abermals schon vor dem Frühstück und Morgengassi der Regenprassel auf dem Dach, es ist geradezu Weltuntergangsstimmung und wir mögen noch gar nicht raus. Der Regenradar verspricht aber bald Besserung und so müssen sich die Wauzis noch kurz gedulden, wir halten uns derweil am Dolce-Gusto-Kaffee warm. Ein Blick auf die Webcam in Südtirol zeigt uns dort die verschneite Winterwelt in strahlendem Blau-Weiß. Tja….

Erstaunlicherweise verläuft der restliche Tag tatsächlich trocken. Bei der Frühstücksrunde Richtung Denneville entdecken wir ein älteres Pärchen im Meer – ja richtig im Meer den Strand entlanglaufen. Die beiden stapfen uns mit kurzen Hosen ausgestattet entgegen und gucken uns an, als wenn wir nicht ganz richtig ticken würden, so eingemummelt wie wir daher kommen. Ehrlich – es ist zwar laut Thermometer um die acht bis neun Grad warm, aber durch den vehement kalten Wind fühlt sich das an, wie unter dem Gefrierpunkt. Jedenfalls bummeln die beiden händchenhaltend leicht bekleidet - wie im Sommer - an uns vorbei und  während sie unseren Blicken in der Ferne entschwinden, machen wir schmunzelnd ein Foto von den beiden.


Am Nachmittag wollen wir eigentlich einen Spaziergang rund um einen Aussichtshügel bei Doville unternehmen. Den Hügel und den Parkplatz finden wir auf Anhieb, leider sind die Wege aber unbegehbar. ‚Boue, Boue und nochmal Boue‘, durch den vielen Regen und Radfahrer…., welche beide gleichermaßen ihre Spuren hinterlassen haben. Alles ist matschig. So dürfen die Hunde nur kurz das Auto verlassen, bis wir den Bereich in alle Richtungen ein paar Meter erkundet und für ‚gassiunwürdig‘ definiert haben. Mit enttäuschten Blicken verschwindet die Meute wieder ins Heck – ‚menno – blöder Ausflug!‘

Wenigstens stellen wir beim Rückweg zur Küste fest, dass es hier tatsächlich zahlreiche Wanderparkplätze und -wege gibt, welche bei trockenem Wetter sicherlich zu beschaulichen Rundwegen einladen. Zudem queren wir auf kleinen Sträßchen von Dorf zu Dorf – ganz wie einst mit der Landkarte auf dem Schoß. Dies hat allerdings den Nachteil, dass die Routenfinderin mehr in die Karte denn auf die schmucken kleinen Gehöfte schauen kann. Apropos Gehöfte – manch einer dieser kleinen Ansiedlungen versinkt mitsamt den Rindviechern auf den angrenzenden Weiden geradezu im Matsch und wir fragen uns, wie die Menschen und Tiere das nur ertragen….

So landen wir aber einmal mehr in den Dünen und am Strand, denn hier versickert das viele Wasser einfach und die Hunde und ‚unser Geläuf‘ bleiben trocken und sauber. Wir schlendern vom Ortsende von Portbail in Richtung Hafen am Strand entlang. Zunächst erscheint uns der Abschnitt hier nicht wirklich schön. Das Meer hat sich wieder weit zurückgezogen und gibt eine eher unwirtliche und steinige Küste frei. Letztendlich landen wir vor dem Hafenbecken. Genau gegenüber, nur durch einen tiefen Priel getrennt, befindet sich der Strand und die Dünen von Lindbergh-Plage.

Für den Rückweg stapfen wir von dieser Stelle aufwärts Richtung Campingplatz. Nachdem wir diesen und die letzten Häuser von Portbail hinter uns gelassen haben, schlendern wir durch eine beschauliche Sand- und Pinienwaldlandschaft retour zum Auto.


Nach einem kurzen Einkaufs-/Tank- und Autoabspritz-Stop in Barneville-Carteret kehren wir wie immer hungrig in unser Refugium zurück.

 

 

Freitag, Vendredi, 01.02.2013   

Heute ist unser 20. Hochzeitstag! Und der Himmel weint – wenn wir aufs Wetterradar gucken, scheint es so, als wenn es den ganzen Tag ‚zum Heulen’ bleibt mit dem Wetter! Aber – wir lassen uns dadurch die Laune nicht verderben – nee, na, ein bisschen vielleicht. Sonne wäre schöner gewesen, aber gut.


Uwe wird mich heute noch gaaanz groß zum Essen ausführen - neee, war ein Spaß - aber er wird mir das kochen, was wir essen würden, so wir gaaanz groß ausgehen täten.  Hamburger!

Zunächst ist er zum ersten Mal am Morgen mit den Hunden alleine los und erspart mir das Regenklamotten aus- und anziehen. Habe ich ja auch zweimal gut, denn zweimal hab ich das morgens schon übernommen.

Also das schaut ganz nach einem SchlaZuTag aus – am zwanzigsten…..

Dann gibt es aber erst einmal ein Mega-Frühstück mit allem - der Kamin brennt und -- der Regen prasselt…( ich sagte ja ‚mit allem‘...)


 

 

Samstag, Samedi, 02.02.2013

Das Wetter hatte gestern doch noch ein Einsehen! Wir konnten einen schönen Nachmittagsausflug unternehmen, - sehr zum Missfallen der Wauzis mussten sie dabei aber über eine Stunde im Auto verharren.

Wir sind nämlich doch noch zu der ‚Maison du Bisquit‘ gefahren und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Nun – da wir ja am 20sten Hochzeitstag die ‚Porzellan-Hochzeit‘ haben, hatten wir uns dann doch zwei wunderschöne Tassen dort gekauft


und mussten uns arg zurückhalten, nicht noch mehr zu kaufen kaufen kaufen…. Dieser ‚Laden‘ hat einen ganz eigenen Zauber. Alleine schon der Duft der frischen Kuchen und Backwaren, welcher einen einfängt. So wie man an die Gebäudefront heran tritt, empfängt einen Klaviermusik. Tatsächlich befindet sich in einer Nische eine lebensgroße Pianisten Figur, welche an einem Klavier hockt, dessen Tasten sich bewegen.


Der ganze Geschäftsbereich ist wie aus einer anderen Zeit in viele verschiedene kleine ‚Lädchen‘ unterteilt. Für Seifen, für Gewürze, Hochprozentiges und Weine oder Cidre und Calvados, Teigwaren, Porzellan, Tee, Kuchen, Kekse, zur Einkehr einen  Salon de The….

Als wir nach gut einer Stunde hinaus auf den Parkplatz traten, war es, als wenn wir aus einer anderen Welt wieder zurück in die Realität kämen.  Und die hatte uns auch gleich wieder, denn vom Nachbargrundstück, auf dem ein wunderschönes Steinhaus steht (das vermutlich dem ‚Chef‘ der Maison gehört) blickte uns ein wunderschöner Blue-Merle-Shepherd entgegen.


Der hätte bestimmt auch lieber mit Enyo gespielt, als dort hinter dem Tor gesessen. Enyo sah das genauso und tat dies auch lauthals kund, als wir ‚unsere Beute‘ auf dem Rücksitz verstauten.

Später landeten wir am Touri-Strand-Abschnitt von Carteret

und spazierten dort noch fast zwei Stunden lang umher, bis die heran nahende Dunkelheit unseren Hochzeitstag-Schlendrian beendete.

Die Hamburger von ‚Chef de Cuisine Uwe‘ waren grandios und ich warnte ihn, dass bald hier über La Pacotte ein MC Donald-Schild in Betrieb gehe, wenn er noch mehr von den Dingern zubereiten würde.

 

Ach ja und heute, an diesem Samstag, sollte nun endlich mein lang gehegter Traum in Erfüllung gehen. Nachdem Roxane so überaus nett war, für mich einen Reittermin zu vereinbaren, startete ich allein am frühen Vormittag zu dem kleinen Reitbetrieb am Ortsende von Portbail.


Leider wird es wohl doch ein Traum bleiben, denn ich wurde versetzt. Da ich natürlich ‚ganz deutsch‘ überpünktlich bei dem Stall erschien, begrüßten mich zunächst lediglich die beiden Hofhunde und eine kugelrunde schwarze Ziege.


Sonst – Fehlanzeige, kein Mensch, welcher den Eindruck erweckte, er warte auf seine Reitschülerin. So begann ich durch die Stallungen zu streifen und mir die Boxen und Pferde zu betrachten, ‚gemistet gehört hier mal wieder‘ dachte ich mir bei meinem Rundgang…. Ein paar ‚Nüsternstreicheln‘ und ‚ Miezekraulen‘ später, tauchte die Stallbetreiberin auf, die mir zu verstehen gab, die Reitlehrerin käme sicher in wenigen Minuten.  Nun - es kam niemand und meine erneute Nachfrage ergab, dass man vermute, die junge Dame, welche mich begleiten sollte, habe ein Problem mit ihrem Kleinkind. Na -  wenigstens hatte ich die eigens dafür mit verreiste Reithose einmal an und konnte feststellen, dass diese mir trotz der reichlichen ‚Schlemmereien ‘ hier noch passt. Ansonsten war ich nach einer Stunde des Wartens im Schatten und eisigem Wind total durchgefroren und denke mir jetzt ‚was nicht sein soll, soll nicht sein‘, vermutlich hatte mein Schutzengel die Hand gerade auf, und es wäre vielleicht doch einmal eben ‚nicht gut gegangen‘, mit dem Reitabenteuer. Bleiben mir meine Reiterträume – in Brokeloh im Herbst!

 

 

 

Sonntag, Dimanche,  03.02.2013

Der dritte Sonntag, es ist der letzte hier. Aus Erfahrung wissen wir, dass die Tage nun ‚wie im Fluge‘ vergehen werden. Uwe hat im Kamin bereits wieder ein ‚Mordsfeuer‘ entfacht. Denn draußen ist es einmal mehr trübe und nasskalt. Wenigstens war es zum Morgengassi am Strand und in den Dünen nur ‚ttW‘ (trübes trockenes Wetter).

Gestern hatten wir zum Trost endlich mal wieder einen sonnigen Nachmittag, welchen wir eine Stunde Autofahrt südlich von hier im Bereich von Montmartin am Strand verbrachten.


Stundenlang sind wir (wieder bei eisigem Wind) an der unendlich langen Bucht weiter Richtung Süden gepilgert, entlang an dem Feriendörfchen Hauteville-Plage, das oberhalb der mit Steinen gesicherten Bucht wie ein Geisterstädtchen auf uns herab zu schauen schien. Alle Fensterläden verschlossen.


Dafür entdeckten wir ‚Traber‘ mit ihren Sulkys, die pfeilschnell in der Gischt unseren Blicken entschwanden.


Das gleißende Licht der Sonne auf dem überaus weiten Strand bei Ebbe war einmal mehr ein Naturschauspiel für sich.

Der Rückweg war hier derselbe, denn an diesem Bereich ist der Zutritt in die Dünen untersagt


und so stemmten wir uns durch den Sand und gegen den Wind. So etwas nennt sich ‚Powerwalking‘! Als wir wieder zurück an dem kleinen Parkplatz waren, fielen wir ebenso erschöpft in die Autositze wir unsere Bande hinten im Heck in sich zusammen. 

Auf dem Rückweg touchierten wir die größere Stadt Coutances. Für Städteliebhaber sicherlich ein sehr lohnenswertes Ziel. Wir waren jedoch lediglich noch auf der Suche nach einem Marche für einen kleinen Einkauf und landeten in einem riesigen E’Leclerc. Und wenn ich hier schreibe riesig, dann meine ich es auch. So einen Laden haben wir tatsächlich noch nie gesehen. Uwe zählte kurz und kam auf 22 in Worten zweiundzwanzig offene Kassen! Die Einkaufswägen sind derart groß, dass man das eingekaufte Zeug mit den Händen fast gar nicht mehr heraus hangeln kann, um es auf das Kassenband zu legen. Herrli wäre fast kopfüber in den Gitterwagen geplumpst, als er nach den Waren am Boden der Karre ‚fischte‘…. Wie groß ist wohl diese Art von Einkaufsmarkt nur in Paris, wenn man für diese kleine Stadt hier schon solche Dinger hin baut? Allein die Elektro-Abteilung macht einem ‚Saturn‘ oder ‚Media-Markt‘ in Allemagne alle Ehre.

Nur eines haben wir bislang hier nicht entdecken können, eine Drogeriemarkt-Kette wie z.B.  ‚Müller‘ oder ‚DM‘ oder eine Heimtierkette ala Fressnapf. Diese Artikel gibt es alle ‚nur‘ in diesen großen Einkaufsmärkten, Hundefutter und –zubehör auch in den Garten- und Pflanzencenter. Das wäre doch mal `ne Marklücke hier. Die französischen Frauen tun mir ganz schön leid, was die für ihre Kosmetik ausgeben müssen…. Aber vielleicht läuft das ja hier auch via Internet, das wissen wir natürlich nicht. Na ja, die Lebensmittel sind ohnehin teurer als bei uns, wobei immer mehr Lidl-Marche anzutreffen sind. Sonstige uns bekannte Billig-Discounter, welche mit qualitativ gleichwertiger Ware aufwarten, sucht man meist immer noch vergeblich. Vereinzelt findet man zwar Aldi-Marche, deren Warenangebot aber nicht mit dem hierzulande zu vergleichen ist.

Auf der Rückfahrt von Coutances nach Lindbergh-Plage lenkte uns unsere Navi-Tante einmal mehr mitten durch ein paar kleine Dörfchen und wir konnten in der Abendsonne wieder einmal die wunderschönen Steinhäuschen hier bewundern. Wie schön das hier sein muss, wenn all die Blumen z.B. die überaus reichlichen Hortensien…….. Aber das erwähnte ich ja bereits…. Die wahre Pracht der Normandie kann man derzeit hier nur erahnen.


Wir beschließen für diesen letzten Sonntag heute, einen beschaulichen Mittag vor dem Kamin zu verbringen und mit den Hunden ‚vom Haus‘ weg zu spazieren, mehr wäre bei ‚Nieselregen quer‘ auch quasi ‚Verschwendung‘. So sollte der Nachmittagsspaziergang eigentlich ‚mal‘ etwas kürzer ausfallen, am Ende sind wir aber doch wieder fast zwei Stunden unterwegs, bis wir uns im ‚la Pacotte‘ wieder finden. Zur Abwechslung treffen wir an diesem trüben Sonntag heute niemand, aber auch gar niemand bei unserer Runde. Und das an einem Sonntag, wo normalerweise der französische Bürger seine Ausflüge an die Küste unternimmt.


Einmal quer durch die Dünen. Allerdings stehen wir dann irgendwann nur noch vor Zäunen und kommen auch nicht mehr recht durch das Dickicht. So verlassen wir das umgrenzte Terrain über einen Ausgang, der vermutlich für die Jägersleute gemacht wurde, die Wauzis müssen wir hier herüberheben, was sogar Enyo geduldig erträgt.


Dann aber heißt es in einem großen Bogen wieder zurück und rein in die gute Stube, den Kamin angemacht und das grausige Wetter ausgesperrt. Und – da wir heute keinen Rückweg mit dem Auto haben, schaffen wir es endlich einmal unsere Gabel zu einer Zeit ins Abendessen zu tauchen, zu der es alle anderen auch tun! Aber – was erzähle ich da wieder, stimmt ja gar nicht, wer braucht schon die Gabel für einen Hamburger, grins. Da war noch was übrig, vorgestern, und das kommt heute ‚dran‘. Übrigens, ganz klein geschrieben, für Reisehungrige: in Countances haben wir einen Mc-Donald entdeckt…. Ehrlich – nur vorbeigefahren!

 

 

Dienstag, Mardi, 05.02.2013

Heute Nacht gab es einen furchtbaren Sturm hier. Die Böen rissen an den Fensterläden, der Regen hörte nicht auf gegen die Scheiben zu prasseln. Als sich einer der großen Fensterläden selbständig gemacht hatte und immer wieder vor und zurück donnerte, erschien schließlich Bandit ganz verängstigt an meinem Bett „Fraule, das ist mir unheimlich“, winselte er mich an. Da blieb nichts anderes übrig, als raus in das Unwetter und den Fensterladen wieder festmachen. Dabei schickt man doch bei so einem Wetter ‚keinen Hund‘ vor die Türe!

Der heutige Morgen begann dann ähnlich, bei der ersten Runde gerieten wir in einen Hagelschauer, die feinen weißen Körnchen pfiffen uns wie Nadelstiche ins Gesicht. Kein Wunder – Dienstag und Markttag in Portbail. Da war bislang jedes Mal so ein grausiges Wetter. Und auch heute sind wir nass und niesen vor uns hin, nach dieser Morgenrunde mit den Hunden. So haben wir abermals keine Lust, uns zwischen den Marktständen und –wägen umzuschauen. Ein mitleidiger Blick wandert von uns zu den Ständen und den tapferen Marktbeschickern, die sich gegenseitig mit einem Schwatz bei Laune zu halten scheinen.

Das gab es ehrlich noch nie. Stauders in Frankreich und keinen einzigen Markt heimgesucht.

Was es aber auch dieses Mal gab, der Tag an dem Fraule etwas kochte, was sie selbst für ungenießbar empfand. Das war gestern. Es begann schon morgens, denn man – nee hier muss ich schreiben ‚Frau‘ hatte sich nicht beherrschen können und beim Pattisier ein ‚Crepe‘ erstanden und gleich  - noch vor dem Frühstück - während der Heimfahrt ‚verdrückt‘. Oh je, das ist dem Magen nicht gut bekommen. Das war gar nix. Um dem dann noch eines drauf zu setzen, sollte es am Abend ‚Bauernhack-Topf‘ geben, heißt Hackfleisch mit einmal ‚Kühlschrankquer‘. Das wäre nicht schlecht gelungen, wenn nur die Kartoffelschnipsel auch irgendwann mal gar gewesen wären. Uwe hat es klaglos gegessen, mir war ja eh nicht recht und das Abendessen fiel quasi aus.

Das passiert uns heute nicht, denn zu dem Wetter passen Flädlesuppe und Käsespätzle ganz hervorragend, nicht?


Der Kamin ist an, aber nun herrschen zur Abwechslung mal strahlender Sonnenschien, Regen, Wind und Wolken, in raschem Wechsel, wie in der Bretagne seiner Zeit.

 

 

Mittwoch, Mercedi, 06.02.2013

Das Bretagne-Wetter bleibt uns erhalten. Uwe ist heute früh in einen Hagelschauer geraten, jetzt scheint wieder die Sonne.

Gestern am Nachmittag ebenso, binnen weniger Minuten war plötzlich der Strand weiß und wir mussten die kleinen Mädels gar noch schützend hoch nehmen und an uns drücken, so peitschten die Hagelkörner auf uns und die Hunde herunter. Ein paar Augenblicke später war der Spuck vorbei und die Sonne verwandelte die Bucht bei St- Germain geradezu in eine Mondlandschaft, denn das Wasser war gerade abgezogen.


Die kleine Bucht dort hat es uns ohnehin angetan. Wir haben ja weit hinten in den Dünen einen kleinen Parkplatz entdeckt, von dem man aus fast direkt in die riesige Sandbucht gelangt, welche bei Flut wie bei Ebbe wunderbar zu umwandern ist.


Durchqueren kann man sie wohl nicht, da sie einige tiefe Priele mit starker Strömung zu beheimaten scheint. Das muss hier jedoch zum ‚Wasserpatschen‘ ganz zauberhaft sein. Allerdings ist das ein ‚Plage naturiste‘, demnach findet man sich in der Saison dann zwischen ‚den Nackten‘ wieder. Also – Wauzis raus aus dem Pelz!

Weiter im Norden haben wir nichts mehr entdeckt, was uns ‚vom Hocker haut‘, zumal man dann stets das Cap de Flammanville mit dem AKW und den riesigen Strommasten-Autobahnen vor sich hat, was irgendwie einen bedrückenden Eindruck hinterlässt.

Die Urlaubstage neigen sich nun tatsächlich allmählich dem Ende zu und wir schauen uns die Abschnitte, welche uns besonders gut gefallen haben, gerade zum zweiten Mal an. In den vergangenen Wochen sind wir die westliche Küste quasi zwischen Montmartin s Mer und dem Cap Hague fast komplett in Etappen abgewandert. Uwe meinte gestern, in keinem Urlaub seien wir je so viel gelaufen….

Ach ja - und zu den ‚Sachen‘, die uns besonders gut gefallen haben, gehört leider auch die ‚Maison du Biscuit‘…. 


Ja - sie haben es wieder ‚getan‘, die Stauders. Sie haben wieder Tassen gekauft! Und Kekse – sogar nur für uns! Na ja, wo wir doch gar keinen einzigen Markt besucht haben, oder?


 

 

Donnerstag, Jeudi, 07.02.2013

Das bretonische Wetter blieb auch gestern unser Begleiter - glücklicherweise sind die Hagel- und Regenschauer beim Gassi am Nachmittag aber an uns vorbei gezogen. Bis auf ein paar Tropfen haben wir einmal ausnahmsweise ‚nichts abgekriegt‘.

Wir waren südlich der Bucht bei St-Germain, Richtung Pirou. Auch hier ein endlos langer Strand mit feinstem Sand. Die Sonne zauberte immer wieder besagtes ‚Licht‘ in die Landschaft, das Meer und in die Dünen reflektierten die Sonnenstrahlen in den schönsten Farben. Wir konnten gar nicht genug von der Knipserei bekommen.


Letztlich waren wir wie so oft mehrere Stunden auf und ab unterwegs und mussten beim Rückweg abermals gegen den starken Wind laufen - stöhn.

Das bereits vorgekochte ‚ungarische Gulasch‘ dann als Entschädigung!

 

 

Heute am Morgen erlebten wir nochmals einen der wenigen sonnigen Vormittage. So haben wir zum ersten Mal die vorgelagerte Insel Jersey richtig klar erkennen können.


Kaum zu glauben, dass diese fast 30 km weit entfernt ist. Uwe erzählte, wie er gestern bei der Nachtrunde die Lichter der Straßenbeleuchtung sehen konnte, was bislang nie möglich war. Das Meer vor dem Strand lag abends stets im Dunkeln vor ihm.

Zudem hatte sich das Wasser sehr zurückgezogen und so gelang es uns, unglaublich weit nach vorne zu gehen. Grenzenlos lag der Strand von Lindbergh-Plage bei Ebbe vor uns. Foto, Foto, Foto…. Den Wauzis hat es gefallen, schon wieder über eine Stunde Morgengassi….


Ab jetzt ist ‚Resteessen‘ angesagt. Leider rinnen die Tage wie bereits vorhergesehen nur so dahin. Ach ja - und Uwe bekommt nun bald ein ‚Kaminfeuer-Verbot‘. Da er das gekaufte Holz noch verbrennen will, macht er zu jeder Zeit - oder Unzeit, die wir uns im Haus aufhalten, im Kamin ein ‚Monsterfeuer‘.


Da das Holz teilweise nicht richtig trocken ist, verqualmt dabei die Bude derart, dass ich grad meine Schreiberei unterbrechen und ein Fenster aufmachen muss…! Wenn ich daran denke, dass ich in der ersten Woche in diesem Häuschen doch recht gefroren habe….

Heute Nachmittag führte uns der Ausflug dann an die andere Seite der Halbinsel – an die Ostküste entlang der ‚Utah-Beach‘. Kein Ort, der uns gefallen hat. Man kann hier Panzer, Bunker und Soldatendenkmäler angucken. Museen und Friedhöfe der Kriegszeit ebenso. Da wir da keinen ‚Draht‘ dazu bekamen, wollten wir einfach nur mit den Hunden irgendwo noch eine schöne Gassirunde laufen.

So landeten wir ungewollt in einem Naturreservat, einem riesigen Vogelschutzgebiet.


Da waren wir leider bereits einige Zeit los marschiert, bis wir merkten, wie streng die Vorschriften dort sind. Und prompt querte auch noch ein Fotograf mit mehreren riesigen Teleobjektiven behangen unseren Weg und machte uns natürlich sofort auf den Leinenzwang für die Hunde aufmerksam. Dabei deutete er auf Hannah – ausgerechnet.


Die will ja nun vom Jagen echt nix wissen. ‚Asche auf unser Haupt‘. Beklommen hängten wir die Leinen an die Halsbänder der Wauzis und machten uns irgendwie bedrückt auf den Rückweg.


Entlang des Weges befanden sich ehemalige Bunker und Schießscharten, welche nun als Ausguck für die Vogelwelt des Reservats dienen.

Also der Ausflug war misslungen. Keine schöne Gegend, Kriegsgeschichte hin oder her. Oder gerade deshalb. Da fühlten wir uns an der Westküste doch deutlich wohler.

Allerdings - eines will ich hier mal festhalten. Überall – und nicht nur beim oben geschilderten Naturreservat -  sind wir auf Schilder oder Hinweise gestoßen mit der Aufforderung, die Hunde anzuleinen. Wer es nicht glaubt - ich habe sie alle fotografiert.


Wie und wann das restriktiv beachtet werden muss, wissen wir nun nicht. Im Moment scheint sich zumindest in den Dünen und am Strand keiner drum zu kümmern. In vielen Reiseberichten ist von derlei Einschränkungen bislang nichts zu finden gewesen. Ich weiß nun nicht, ob dies nicht bald der Vergangenheit angehört? Oder ob die Bestimmungen in der Nebensaison einfach von allen ignoriert werden. Wie sieht's aber im Juli und August aus?  Da dürfen die Hunde an manchen (wenn auch wenigen) Strandabschnitten in diesen beiden Monaten tagsüber gar nicht mit ans Meer, nicht mal an der Leine.

Na - wie erwähnt – die Hauptsaison ist für uns in Frankreich ohnehin ‚no go‘ Zeit und so hoffen wir auch für die Zukunft auf ein entspanntes Miteinander an den weiten und wunderschönen Stränden dort.

Heute ist jedenfalls der letzte richtige Urlaubstag gewesen – und wir lassen diesen Abend am Kamin in aller Gemütlichkeit zu Ende gehen. Morgen ist schon ‚Pack- und Räumtag‘ – und am Samstag ‚Auszug der Teutonen‘. Nun hoffen wir für die Heimreise nur, dass das Wetter ‚trocken‘ bleibt!  Im Moment jedenfalls ist unser alter Vertrauter  - genau der - der Regen wieder zurück. Aber nun flackert ja schon wieder das Kaminfeuer und die Fensterläden sind zu. Kann uns im Moment nix mehr anhaben. Bis zum Nachtgassi, armer Uwe….

 

 

Freitag, Vendredi, 08.02.2013

Nochmal zwei Bummel-Gassirunden rund um Lindbergh-Plage. Der letzte Tag ist wie immer ein ‚Urlaubs-Kater-Tag‘. Die schönen Ferien sind zu Ende. Wie lange haben wir uns auf diesen Urlaub gefreut – und dann ist er schon wieder vorbei. Schön war es hier. Wir haben uns wohl gefühlt und wollen unbedingt einmal wieder hierher kommen - wenn die überaus reichlichen Hortensien…… ihr wisst schon! Schweigsam räumen wir ‚unseren Hausstand‘ in Koffer und Taschen. Die Hunde folgen unserem Aktionismus mit erstaunten Blicken. Allen voran die kleine LILLI, die in derlei Situationen immer noch unsicher wird und sich wohl frägt, ob sie auch wieder mit nach Hause genommen wird oder ob sie wieder einmal ihre ‚Heimat‘ verliert. Fortan weicht sie mir nicht mehr von der Seite – mein kleiner ‚Hackenporsche‘.

 

 

Samstag, Samedi, 09.02.2013

Unser Reisebegleiter ’Mosi‘ wartet voll bis ‚unter die Haube‘ darauf, uns wieder in die schwäbische Heimat zu befördern. Gerade begegnen wir noch der ‚Reinigungsfee‘, während wir uns mit einem Rundblick von den Dünen verabschieden. ‚Au revoir Lindbergh Plage und hoffentlich bald einmal  bienvenue dans la belle Normandie!‘ Im Regen tragen wir die letzten Habseligkeiten aus ‚La Pacotte‘ und stopfen sie irgendwie ins Gepäckchaos. Hauptsache die Wauzis haben hinten im Heck weiche und gemütliche Reisebedingungen für die lange Fahrt.

Die Heimreiseroute vertrauen wir abermals der Navi-Tante an und durchqueren erneut auf dem innersten Autobahnring die Betonwüstenbebauung der Peripherie von Paris. Ehrlich – ohne Navi, forget it!

Im letzten Drittel erhasche ich in der Vorbeifahrt einen furchtbaren Blick auf eine Abfalldeponie, welche unmittelbar zwischen dem Autobahnnetz liegt. Menschen leben hier - aus kleinen Bretter- oder Zeltverschlägen steigt Rauch auf - eine Frau stolpert durch den Unrat und Kinder wühlen in den Hinterlassenschaften der Gesellschaft nach Ess- oder Brauchbarem. Solche Bilder kannte ich bislang nur aus dem Fernsehen und wenige Sekunden später ist diese bedrückende Realität auch schon wieder aus meinem Blickfeld. Gerade, als wenn man den Fernsehkanal gewechselt hätte.

Kaum dass wir die großen Industriegebiete am Rande von Paris hinter uns gelassen haben, richten sich unsere Sorgen einmal mehr darum, wo wir für uns und die Meute eine günstige Gelegenheit für eine ausgiebige Pause finden. Denn – Pause heißt, abseits der Autobahn eine Stunde Freilauf ohne Leine. Das ist unserer Erfahrung nach immer ein wenig ein ‚Lotteriespiel‘, ob sich da innerhalb eines gewissen Radius ein Parkplatz mit passablen Wegen oder Auslaufgeländen findet.

Dieses Mal haben wir Glück und merken uns diese Ausfahrt bei Marne la Vallee gleich für die hoffentlich bald kommenden Urlaube: unmittelbar nach Paris verlassen wir auf Höhe eines größeren Waldgebietes (Foret de Ferrieres) unsere Route und suchen entlang der D471 einen Parkplatz. Abfahrt Nr. 13 und 14  Foret de Crecy, entlang der D21 bieten ebenso noch weitere zahlreiche Park- und Gassimöglichkeiten. Nur als Tipp auch für alle anderen, die sich nicht mit den Air de ....  an den Highways zufrieden geben wollen (können). Die beiden Abfahrten weisen jeweils auf Disneyland Paris hin und sind quasi nicht zu verfehlen und bieten für uns ca. in der Mitte der Fahrtstrecke wirklich die ideale Position für den gewünschten Stopp.

Ja - ansonsten gibt es dieselben nur noch zum Tanken – und Erwerb der Verpflegung aus der ‚Bordküche‘. Nach 11 Stunden kommen wir so am späten Abend wieder in unserer schwäbischen Heimat an und drehen erst einmal mit den Hunden eine ausgiebige Gassirunde – im Schnee!!!!!

Ach ja – was ich noch anmerken wollte: Zuletzt erstand ich noch eine Postkarte, darauf sind genau die zwei Dinge abgelichtet, die nicht geklappt haben, die Besichtigung des Klosterberg Saint Mont Michel und eben der Ausritt.

Letzteres passt ja dann zu dem Skandal, der kurz nach unserer Heimkehr aufgedeckt wurde. Den mit dem Pferdefleisch! So erhält der verpasste Strandritt eine ganz andere Bedeutung! Denn wir vermuten natürlich, dass wir ebenso wie andere unwissend in den erworbenen Hackfleischprodukten Pferdefleisch konsumiert haben. Da hilft alles nichts: nicht geritten ist nicht geritten – und gegessen ist gegessen – im wahrsten Sinne des Wortes!

Und – in diesen Tagen, da wir nun Mitte März endlich das Reisetagebuch fertig stellen können, kehrt in ‚unser‘ Portbail tatsächlich tiefster Winter ein. Wir staunen nicht schlecht, als in den Sondersendungen zu dem Schneechaos in Norddeutschland und unseren Nachbarländern plötzlich der uns wohlbekannte Straßenzug mit dem kleinen Marktplatz von Portbail zu sehen ist. Gerade an einem Dienstag – ihr wisst ja – Markttag – ‚Mieses-Wetter-Tag‘. Ein französischer Bürger versucht mit einer Kehrschaufel, den Schneemassen Herr zu werden. Der arme verzweifelte Mann ist der freundliche Inhaber des kleinen ‚Touri-Lädchens‘, in welchem wir unsere Postkarten und Briefmarken erstanden haben. Wie wir hören, ist die Region derzeit quasi von der Außenwelt abgeschnitten. Und wir dachten, wir hätten mit dem Wetter Pech gehabt……

 

 

Zum Ende dieser beschaulichen Erzählung möchten die Stauders + Wauzis einmal mehr den Hundefreunden Roxane und Joachim Carrez de Somer für ihre unkomplizierte Gastfreundschaft von Herzen danken, denn es gibt nicht viele derart schöne Ferienunterkünfte, die für einen ‚Rudelurlaub‘ zur Verfügung gestellt werden.

 

Und die Wauzis grüßen alle anderen Ferienwuffis mit der Bitte, auf ihre Zweibeiner aufzupassen, damit auch in Zukunft nicht nur Pfotengäste, sondern auch deren ‚Fußvolk‘ allseits herzlich willkommen sein wird.


Bis bald mal wieder im "La Pacotte"


oder einem anderen Ferienhaus von SEA-N-DOGS.